Laternenfest in Halle: Zwischen Tradition und Moderne

Wenn im letzten Augustwochenende die Straßen und Wege der schönen Saalestadt mit tausenden Besuchern gefüllt sind, dann wird wieder das Laternenfest Halle gefeiert. Für dieses Volksfest ist die Stadt Halle weit über die Landesgrenzen von Sachsen Anhalt hinaus bekannt. Es ist wahrscheinlich das größte Fest seiner Art in ganz Mitteldeutschland. Jedes Jahr kommen mehr als 150.000 Besucher, um die einzigartige Atmosphäre des Spätsommers an der Saale zu genießen. Im Jahr 2015 konnte man mit 180.000 Menschen sogar einen neuen Besucherrekord verzeichnen.

 

Wo findet das Laternenfest statt?

By Thomas Ziegler, Stadt Halle (Saale) (www.halle.de) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Hallenser und Halloren wissen natürlich genau, wie sie zum Fest gehen können und wo es die schönsten Plätze gibt. Es erstreckt sich über ein großes Gebiet in Mitten Halle entlang der Saale. Viele Bühnen und Veranstaltungen finden auf der Peißnitzinsel und er Ziegelwiese statt. Hier herrscht reges Jahrmarktstreiben mit Fahrgeschäften, Gastronomie, Musik und Konzerten. Etwas gemütlicher geht es dagegen entlang des Riveufers bis zum Amselgrund zu. Dort gibt es Marktstände, Kunst und Krempel. Die weitesten Ausläufer befinden sich am Promenadenufer. Verhungern werden Sie ebenfalls nicht – Es sind immer genügend gastronomische Angebote vorhanden. Gleichzeitig sind jährlich auch immer die großen Bühnen von Film- und Rundfunk mit vertreten. Informieren Sie sich vorher über die öffentlichen und kostenlosen Konzerte von bekannten Bands und Stars.

Unsere Empfehlung, wenn Sie noch nie beim Halleschen Laternenfest waren: Starten Sie bei der Burg Giebichenstein und folgen Sie den vielen Menschen entlang der Saale auf die Peißnitzinsel. Auf dieser Route lernen Sie die schönsten Stellen kennen und haben einen tollen Ausblick auf das Wasser.

 

Ursprung: Seit wann gibt es das Laternenfest Halle schon?

Das Laternenfest wird bereits seit 1928 gefeiert und ist damit mehr als 80 Jahre alt. Die Idee dazu stammt vom Halleschen Wirtschafts- und Verkehrsbund – oder mit anderen Worten, von der heutigen Straßenbahngesellschaft. Ziel war es, mehr Besucher nach Halle Saale zu locken und die Stadt in der positiv in der Öffentlichkeit zu darzustellen. Schon damals hatte man die Idee, alles mit leuchtenden Laternen zu schmücken. Aus diesem Grund wurde der Termin für das Fest in eine Zeit gelegt, wo es abends schon etwas dunkler war: Das letzte August Wochenende. Dieser Tradition blieb man von Beginn an treu und auch heute noch richten sich die Öffnungszeiten danach.

Etwa 30.000 Laternen schmückten die Wege von der Saaleaue bis zur Burg Giebichenstein. Schon vom ersten Laternenfest an entschied man sich, die Bräuche und Traditionen der Stadt Halle zu ehren und daraus wiederkehrende Veranstaltungen zu machen. Diese Highlights sollten Sie sich als Besucher auf jeden Fall ansehen. Die wichtigsten Veranstaltungen stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

 

Highlights die Sie auf keinen Fall verpassen sollten

Die schönsten Höhepunkte des Laternenfestes haben wir auf den folgenden Abschnitten für Sie zusammengefasst:

 

Feuerwerk: Der Höhepunkt zum Laternenfest

Der absolute Höhepunkt beim Laternenfest Halle ist in jedem Jahr ein großes Feuerwerk, dass von der Burg Giebichenstein aus abgefeuert wird. Gleichzeitig ertönt schöne Musik von Georg Friedrich Händel. Es ist noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen und wird von tausenden Zuschauern bestaunt. Den mit Abstand schönsten Blick hat man von der Kröllwitzbrücke oder unten von der Saale aus. 2016 hatte sogar der Bergzoo Halle spät abends noch geöffnet, um seinen Besuchern einen schönen Blick auf das Feuerwerk zu bieten.

 

Fischerstechen: Ein traditioneller Wettkampf zu Wasser

Das Fischerstechen gibt es schon seit vielen Jahren und findet nachmittags auf der Saale statt. Es ist ein sportlicher Wettkampf, der unter den neugierigen Blicken des jubelnden Publikums ausgetragen wird. Wahrscheinlich stammt das Spiel noch aus den dunklen Tagen des Mittelalters. Beim Fischerstechen zum Laternenfest Halle treten einzelne kleine Boote gegeneinander an. Jedes besitzt zwei Ruderer zum Navigieren auf dem Wasser und den sogenannten Stecher.

Der Stecher ist mit einem Stock bewaffnet, der wohl früher mal eine Lanze gewesen ist. Insgesamt vier Teams treten gleichzeitig gegeneinander an. Die Stecher müssen mit den Stöcken versuchen, sich gegenseitig aus dem Boot zu werfen und ins Wasser zu stoßen. Für das Fischerstechen sind also viel Geschick, Kraft, Ausdauer und Balance gefragt. Schon so manche brenzlige Situation konnte durch tatkräftige Ruderer gerettet werden. Als Gewinn für den Sieger lockt ein Kuss der Hallorenbraut, ein Bierfass und natürlich der Kranz des Siegers. Wer wohl in diesem Jahr den Titel auf dem Laternenfest holt?

 

Entenrennen: Die schnellste Ente auf der Saale gewinnt

Wenn Sie mehrere hundert Plastikenten auf der Saale schwimmen sehen, die von einem tobenden Publikum angefeuert werden, dann ist wieder Entenrennen beim Laternenfest Halle. Es funktioniert wie eine große Tombola, deren Erlös für wohltätige regionale Zwecke gespendet wird. Etwas Gutes für Bedürftige tun und gleichzeitig auf den Hauptgewinn hoffen. Für ein paar Euro kann man sich im Vorfeld des Rennens eine Ente kaufen. Viele werden von ihren Besitzern sogar noch geschmückt, da es auch Preise für die schönsten Enten gibt. Jede besitzt eine Nummer und funktioniert wie ein Los. Alle Enten werden zeitgleich auf der Saale zum Rennen geschickt. Die Ente, welche als erstes das Ziel flussabwärts erreicht, gewinnt den Hauptpreis.

 

Hallesches Laternenfest mit Bootskorso

Der Bootskorso ist eine Veranstaltung, die vor allem etwas fürs Auge ist. Stellen Sie viele kleine und große Boote vor, die von ihren Besitzern wie Schauwagen geschmückt und dekoriert wurden. Besonders in den Abendstunden werden auf allen Booten die ausgefallensten Beleuchtungen angeschalten. Es ist wie eine Parade zu Wasser, als Wertschätzung der Saalestadt und Liebeserklärung an die Region. Am Ufer und von der Kröllwitz Brücke haben Sie natürlich den schönsten Blick auf den Bootskorso zum Laternenfest Halle. Wenn Sie bei diesem Spektakel selbst mitmachen möchten, dann ist das auch möglich. Die schönsten Boote werden jedes Jahr mit einem Preisgeld bei einer Siegerehrung prämiert.

 

Saaleschwimmen zum Laternenfest

Besonders Wagemutige können zum Laternenfest auch den Saaleschwimmschein absolvieren. Bei ca. 20 Grad ist das für die Teilnehmer auch meistens kein Problem. Auf der vorgegebenen Strecke vom Amselgrund bis zum Riveufer wird die Saale zweimal durchquert. Körperliche Fitness und Ausdauer sollten die Teilnehmer aber schon mitbringen. Zur Belohnung winkt eine Urkunde mit Teilnahmebestätigung.

 

Brückenspringen: Wasserspringen mit historischem Hintergrund

Sieh haben richtig gelesen: Mutige Springer zeigen ihr Können und springen mit kunstvollen Bewegungen in 10 Meter Höhe ins Wasser. Die Show wird von durchtrainierten Profis mit Erfahrung durchgeführt. Diese Tradition geht auf die Halloren zurück, welche schon vor vielen Jahren Wettkämpfe im Brückenspringen ausgetragen haben. Es werden historische Sprünge vorgeführt, welche die Tradition zum Laternenfest in Halle feiern. Der mit Abstand waghalsigste Sprung, der hier vorgeführt wird, ist der sogenannte Totenschlag: Wie dieser genau aussieht und warum er diesen Namen verdient hat – davon machen Sie sich am besten selbst ein Bild.

 

Was gibt es sonst noch zu erleben?

Eine besonders schöne Empfehlung für Kinder ist der große Laternenumzug traditionell vor dem Feuerwerk. Gemeinsam treffen sich die Familien und jeder bringt seine eigenen Lampions oder Fackeln mit. Außerdem gibt es nachmittags auf dem Laternenfest Halle Drachenbootrennen und Ruderbootrennen, von der Rainsstraße bis zur Giebichensteinbrücke.